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Montag, 20. Juli 2009

Tourismus: Rückgang bei den Übernachtungen im Mai 2009, jedoch ein leichtes Plus für den Zeitraum Januar bis Mai

Nach Angaben des Statistischen Amtes verfehlte die Tourismusbranche im Mai 2009 das Vorjahresergebnis um 1,3 Prozent. Insgesamt zählten die Beherbergungsstätten mit neun und mehr Betten und die Campingplätze des Landes im Mai 2,7 Millionen Übernachtungen. Die Anzahl der Gästeankünfte stieg um 2,2 Prozent auf insgesamt 748 000. Für den Zeitraum Januar bis Mai 2009 konnten die Beherbergungsbetriebe mit 7,6 Millionen Übernachtungen ein leichtes Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum verbuchen. Die Anzahl der Gästeankünfte stieg um 2,0 Prozent.
Unterschieden nach Betriebsarten meldete die Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Pensionen und Gasthöfe) im Mai 1,2 Millionen Übernachtungen, was einem Rückgang um 1,3 Prozent entspricht. Im Zeitraum Januar bis Mai 2009 erreichte die Hotellerie mit insgesamt 3,7 Millionen Übernachtungen eine Zunahme von 0,7 Prozent. Das sonstige Beherbergungsgewerbe musste mit insgesamt 1,2 Millionen Übernachtungen im Mai einen Rückgang von 0,9 Prozent hinnehmen. Im Zeitraum Januar bis Mai stieg die Anzahl der Übernachtungen jedoch um 2,3 Prozent an. Darunter erzielten die Campingplätze im Mai 2009 mit 362 000 Übernachtungen ein deutliches Plus von 5,1 Prozent und von Januar bis Mai 2009 mit 511 000 Übernachtungen sogar ein Plus von 15,3 Prozent. Die Vorsorge- und Reha-Kliniken mussten dagegen sowohl im Mai als auch für den Zeitraum Januar bis Mai bei den Übernachtungen einen Rückgang von 2,6 Prozent bzw. 2,3 Prozent hinnehmen.
Die durchschnittliche Auslastung der angebotenen Betten sank im Mai 2009 in den Beherbergungsstätten insgesamt leicht auf 44,2 Prozent (Mai 2008: 44,9 Prozent). Bezogen auf den Zeitraum Januar bis Mai 2009 lag die Auslastung bei 29,6 Prozent (Januar bis Mai 2008: 29,2 Prozent).
In den Reisegebieten Mecklenburg-Vorpommerns verlief die Entwicklung in den Beherbergungsstätten und auf den Campingplätzen im Mai 2009 sehr unterschiedlich:
Eine überdurchschnittliche Steigerung bei den Übernachtungen von 20,6 Prozent meldete Westmecklenburg (Januar bis Mai 2009: + 6,8 Prozent). Darunter erreichte die Landeshauptstadt Schwerin, in der seit dem 23. April die Bundesgartenschau 2009 stattfindet, im Mai eine Zunahme der Übernachtungen um 42,9 Prozent (Januar bis Mai 2009: + 13,2 Prozent). Die Mecklenburgische Ostseeküste meldete ein Plus bei den Übernachtungen von 4,2 Prozent (Januar bis Mai 2009: + 3,9 Prozent). Die Anzahl der Übernachtungen in der Mecklenburgischen Schweiz und Seenplatte stieg im Mai geringfügig um 0,3 Prozent (Januar bis Mai 2009: + 1,4 Prozent). Ein Minus von 5,0 Prozent bei den Übernachtungen musste Vorpommern hinnehmen (Januar bis Mai 2009: - 0,8 Prozent). Den stärksten Rückgang bei den Übernachtungen verzeichnete Rügen/Hiddensee mit 8,1 Prozent (Januar bis Mai 2009: - 3,0 Prozent). 20.07.2009 - StatA MV - Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Samstag, 11. Juli 2009

Abhör-Aktion in Greifswald enttarnt

Ein verdächtiger Kasten unter einem Pkw löste am Mittwoch einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Sprengstoff-Experten in der Hansestadt aus. Jedoch: Die Bombe entpuppte sich als Wanze.

Greifswald (OZ):Lauschangriff des Verfassungsschutzes in Greifswald mit Folgen: Ein Bombenalarm versetzte am Mittwoch völlig grundlos Greifswalder in Angst und Schrecken. Denn eine Autobombe, die eine junge Frau am Morgen unter ihrem metallic-braunen Opel Vectra Caravan gefunden hatte, entpuppt sich jetzt als Lauschgerät des Geheimdienstes, wie die OZ gestern aus Polizeikreisen erfuhr. Doch der Reihe nach: Die Frau hatte die Polizei gerufen. Die rückte mit 30 Beamten an und sperrte das Gelände im Ortsteil Schönwalde weiträumig ab. Mieter eines Wohnblocks in der Nähe wurden sofort evakuiert. Dann trafen Feuerwehr und Experten des Munitionsbergungsdienstes ein. Der Wagen wurde von der Feuerwehr mit einem Luftkissen angehoben, damit die Spezialisten das verdächtige Teil bergen konnten. Alles Theater: Der Verfassungsschutz soll in der Nacht zuvor eine Wanze an dem Opel der Frau angebracht haben. Sie und die herbeigerufenen Polizisten hielten die Abhörtechnik dagegen für eine Rohrbombe. Jens Hildebrandt, Chef der Greifswalder Polizeiinspektion, will die Geschichte weder bestätigen noch dementieren. Hildebrand wörtlich: „Sie erwarten nicht wirklich, dass ich mich dazu äußere.“ Er selbst sei beim Blick unter das Auto auch von einer sogenannten „unkonventionellen Brand- und Sprengvorrichtung“ ausgegangen. „Alle anschließenden Maßnahmen dienten der Gefahrenabwehr“, begründet Hildebrandt den Großeinsatz. Ansonsten herrscht Schweigen bei den Ordnungshütern. Axel Falkenberg, Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Anklam: „Zu dem Vorgang gibt‘s keine Auskünfte.“ Warum? „Geheimhaltung!“ Auch der für den Verfassungsschutz verantwortliche Innenminister Lorenz Caffier (CDU) wehrt alle Presseanfragen ab. Die betroffene Frau soll nach OZ-Informationen in einem Greifswalder Nachtclub arbeiten. Was der Verfassungsschutz mit dem Etablissement zu tun hat und warum die Frau ins Visier der Schlapphüte geriet, dazu verweigerte das Innenministerium ebenfalls alle Informationen. Der Sohn der Frau soll in der Nacht zuvor beobachtet haben, wie sich mehrere Unbekannte an dem Wagen zu schaffen machten. Noch am Mittwochnachmittag hatte die Polizei beharrlich von einer Bombenattrappe gesprochen, „die zu Vergleichszwecken“an das Landeskriminalamt (LKA) geschickt werde. LKA-Sprecher Olaf Seidlitz überrascht: „Hier ist nichts angekommen. Wir haben mit der Sache nichts zu tun.“ Der Lauschangriff, der teure Großeinsatz, die Geheimhaltung — der Greifswalder Alarm bleibt rätselhaft. Für eine Abhöraktion hätte der Verfassungsschutz eine zur strengen Geheimhaltung verpflichtete Kommission des Landtages vorab unterrichten müssen, solange keine Gefahr im Verzug ist. Ob das ordnungsgemäß erfolgt ist oder etwa Gefahr in Verzug war, dazu wollte das Innenministerium gestern Abend keine Angaben machen. quelle BENJAMIN FISCHER webadress www.ostsee-zeitung.de