Finden Sie es gut das die IHK Mütter bei der Selbstständigkeit behindert
Mittwoch, 22. Juli 2009
Ost-Sparkasse: »Keine Spur von Kreditklemme«
Strandkorbfabrik in Heringsdorf erfolgreich saniert
Vorpommern will Zentrum der Edelkrebs-Produktion werden
Dienstag, 21. Juli 2009
Gericht bestätigt Räumung einer Pension in Lohme
Montag, 20. Juli 2009
Tourismus: Rückgang bei den Übernachtungen im Mai 2009, jedoch ein leichtes Plus für den Zeitraum Januar bis Mai
Nach Angaben des Statistischen Amtes verfehlte die Tourismusbranche im Mai 2009 das Vorjahresergebnis um 1,3 Prozent. Insgesamt zählten die Beherbergungsstätten mit neun und mehr Betten und die Campingplätze des Landes im Mai 2,7 Millionen Übernachtungen. Die Anzahl der Gästeankünfte stieg um 2,2 Prozent auf insgesamt 748 000. Für den Zeitraum Januar bis Mai 2009 konnten die Beherbergungsbetriebe mit 7,6 Millionen Übernachtungen ein leichtes Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum verbuchen. Die Anzahl der Gästeankünfte stieg um 2,0 Prozent.
Unterschieden nach Betriebsarten meldete die Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Pensionen und Gasthöfe) im Mai 1,2 Millionen Übernachtungen, was einem Rückgang um 1,3 Prozent entspricht. Im Zeitraum Januar bis Mai 2009 erreichte die Hotellerie mit insgesamt 3,7 Millionen Übernachtungen eine Zunahme von 0,7 Prozent. Das sonstige Beherbergungsgewerbe musste mit insgesamt 1,2 Millionen Übernachtungen im Mai einen Rückgang von 0,9 Prozent hinnehmen. Im Zeitraum Januar bis Mai stieg die Anzahl der Übernachtungen jedoch um 2,3 Prozent an. Darunter erzielten die Campingplätze im Mai 2009 mit 362 000 Übernachtungen ein deutliches Plus von 5,1 Prozent und von Januar bis Mai 2009 mit 511 000 Übernachtungen sogar ein Plus von 15,3 Prozent. Die Vorsorge- und Reha-Kliniken mussten dagegen sowohl im Mai als auch für den Zeitraum Januar bis Mai bei den Übernachtungen einen Rückgang von 2,6 Prozent bzw. 2,3 Prozent hinnehmen.
Die durchschnittliche Auslastung der angebotenen Betten sank im Mai 2009 in den Beherbergungsstätten insgesamt leicht auf 44,2 Prozent (Mai 2008: 44,9 Prozent). Bezogen auf den Zeitraum Januar bis Mai 2009 lag die Auslastung bei 29,6 Prozent (Januar bis Mai 2008: 29,2 Prozent).
In den Reisegebieten Mecklenburg-Vorpommerns verlief die Entwicklung in den Beherbergungsstätten und auf den Campingplätzen im Mai 2009 sehr unterschiedlich:
Eine überdurchschnittliche Steigerung bei den Übernachtungen von 20,6 Prozent meldete Westmecklenburg (Januar bis Mai 2009: + 6,8 Prozent). Darunter erreichte die Landeshauptstadt Schwerin, in der seit dem 23. April die Bundesgartenschau 2009 stattfindet, im Mai eine Zunahme der Übernachtungen um 42,9 Prozent (Januar bis Mai 2009: + 13,2 Prozent). Die Mecklenburgische Ostseeküste meldete ein Plus bei den Übernachtungen von 4,2 Prozent (Januar bis Mai 2009: + 3,9 Prozent). Die Anzahl der Übernachtungen in der Mecklenburgischen Schweiz und Seenplatte stieg im Mai geringfügig um 0,3 Prozent (Januar bis Mai 2009: + 1,4 Prozent). Ein Minus von 5,0 Prozent bei den Übernachtungen musste Vorpommern hinnehmen (Januar bis Mai 2009: - 0,8 Prozent). Den stärksten Rückgang bei den Übernachtungen verzeichnete Rügen/Hiddensee mit 8,1 Prozent (Januar bis Mai 2009: - 3,0 Prozent). 20.07.2009 - StatA MV - Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern
Samstag, 18. Juli 2009
Herrenloser Koffer löst Einsatzalarm aus
Pasewalk: Die Vergesslichkeit eines Reisenden verursachte am Donnerstagnachmittag bei der Bundespolizeiinspektion Pasewalk einen Gefahrenalarm. In der Folge wurde der Bahnhof Pasewalk gesperrt; zwei Züge hatten rund 25 Minuten Verspätung. „Gegen 15.30 Uhr wurde die Bundespolizeiinspektion Pasewalk von der Service-Zentrale der Deutschen Bahn AG in Stralsund darüber informiert, dass sich auf dem Bahnhof Pasewalk ein herrenloses Gepäckstück befindet und der Eigentümer des Koffers auch durch Ausrufe über die Lautsprecheranlage nicht ausfindig gemacht werden konnte“, informierte gestern der Sprecher der Bundespolizei in Bad Bramstedt, Stefan Perschall. Die Beamten hätten innerhalb kürzester Zeit den Bahnhof erreicht und mit den Ermittlungen vor Ort begonnen. „Vorsorglich wurde der Gefahrenbereich geräumt. Alle Reisenden mussten den Bahnhof Pasewalk verlassen und die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn AG erhielt ein Durchfahrtsverbot für alle Züge bis zur Klärung der Sache“, so Perschall weiter. Zum Einsatz kam ein Sprengstoff-Suchhund, der allerdings kein typisches Anzeigeverhalten auf Sprengstoff zeigte. Der Koffer wurde daraufhin als unbedenklich eingestuft und geöffnet. In dem Koffer befanden sich ausschließlich Reisegepäck- und Kleidungsgegenstände. Er wurde als Fundsache eingestuft und an die Bahn übergeben. Um 16.30 Uhr hob die Bundespolizei die Streckensperrung auf und der Bahnhof wurde für die Bahnreisenden wieder freigegeben. Zur Wiedererlangung des Koffers kann sich der Eigentümer bei der Deutschen Bahn AG am Bahnhof Pasewalk melden. Rainer Marten
www.nordkurier.de
Freitag, 17. Juli 2009
Einbaumfund am Tollense-Ufer
Altentreptow (ddp). Forscher haben in einem Flusstal bei Altentreptow einen mehrere Hundert Jahre alten Einbaum entdeckt. Das bereits in drei Einzelteile zerbrochene Bootswrack sei im Mai von Tauchern im flachen Uferbereich der Tollense freigelegt worden, sagte gestern MVs Chefarchäologe Detlef Jantzen. Eines der Einbaum-Fragmente, das vom Fundort abzutreiben drohte, sei inzwischen von Unterwasserarchäologen geborgen und in einem gesicherten See zwischengelagert worden. Es sei geplant, den kompletten, etwa 4,5 Meter langen Fund in einer Wasserwanne im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege einzulagern. Im Unterschied zu den vor sieben Jahren in Stralsund entdeckten und anschließend in Schwerin verrotteten bis zu 7000 Jahre alten Einbäumen sei das in der Tollense gefundene Boot deutlich jünger, sagte Jantzen. Eine genaue Altersuntersuchung stehe jedoch noch aus. Erst im vergangenen Jahr hatten Archäologen flussabwärts vom Fundort des Einbaums ein bronzezeitliches Schlachtfeld entdeckt. Am Ufer der Tollense hatten sie etwa 1300 Knochenreste von mindestens 50 Menschen freigelegt. Zudem wurden aus dem morastigen Flusssumpf Reste von mehr als 3000 Jahre alten Kampfwaffen wie Pfeilspitzen, ein Holzknüppel und eine Holzkeule geborgen. Experten werten dies als den Nachweis des ersten bronzezeitlichen Kampfplatzes Mitteleuropas. Erst im Frühjahr dieses Jahres war bekannt geworden, dass bedeutende Steinzeitboote im Schweriner Depot wegen unterbliebener Konservierung verrottet sind. www.nordkurier.de
Mittwoch, 15. Juli 2009
Unterwasserarchäologen bergen Funde
Kettenkugel freigelegt - Arbeiten dienen Pipelinebau
Bei der Bergung eines vor 300 Jahren vor Rügen versenkten Seglers haben Forschungstaucher einen ersten überraschenden Fund geborgen. Zwischen den freigelegten Ballaststeinen sei in vier Meter Tiefe eine sogenannte Kettenkugel entdeckt worden, sagte die Leiterin des Taucherteams Jana Heinze am Mittwoch. Dabei handle es sich um zwei, mit einer Kette miteinander verbundene Eisenkugeln. Die seinerzeit von Kanonen abgefeuerten Geschosse hätten sich in der Takelage feindlicher Schiffe verfangen und sie somit außer Gefecht gesetzt. Der Fund könnte darauf hindeuten, dass das zu einer Wrackkette aus dem Nordischen Krieg gehörende Wrack einst militärischen Zwecken gedient habe, sagte Jens-Peter Schmidt vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege. «Wir hoffen, dass wir durch Untersuchungen im Umfeld des etwa neun Meter langen Wracks weitere Aufschlüsse über das um 1685 gebaute Schiff erhalten werden.»Spezialtaucher sollen in den nächsten drei Tagen unter Aufsicht von Bodendenkmalpflegern das komplette, jedoch stark beschädigte Schiffswrack zerlegen und in Einzelteilen heben. Es ist Bestandteil einer bis heute erhalten gebliebenen Wrackkette, die 1715 von der schwedischen Marine zum Schutz vor dänischen Kriegsschiffen vor dem Eingang zum Greifswalder Bodden angelegt worden war. Dazu ließen die Offiziere damals etwa 20 requirierte Schiffe mit Steinen beladen und in einer 980 Meter langen Kette zwischen Thiessow und der Insel Ruden versenken. Nach dem Fund von Unterlagen im Stockholmer Reichsarchiv hatte der deutsche Luftbildarchäologe Otto Braasch 1995 bei einem Überflug des Seegebietes die Steinablagerungen im flachen Wasser wiederentdeckt. Aus der inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Wrackkette wird nun ein besonders beschädigtes Schiff entnommen, um einen 60 Meter breiten Korridor für den Trassenbau der geplanten deutsch-russischen Ostseepipeline zu schaffen. Finanziert wird die mehrere Hunderttausend Euro kostende Bergung vom Planungs- und Betreiberkonsortium Nord Stream. Die Verlegung der insgesamt 1220 Kilometer langen Leitung nach Lubmin soll nach Plänen des Betreiberkonsortiums in einem Jahr beginnen. Die Wrackreste sollen nach Angaben des Landesamtes von deutschen und dänischen Experten zunächst in Thiessow untersucht und eingescannt werden. Nach einer dreidimensionalen Computerdarstellung sollen sie in einem stillgelegten Kiestagebau unter Wasser gelagert werden. Später ist eine Ausstellung im Museum für Unterwasserarchäologie in Sassnitz vorgesehen. Das im ehemaligen «Gläsernen Fährbahnhof» im Stadthafen befindliche Museum soll nach seiner Umgestaltung in städtischer Verantwortung ganzjährig geöffnet sein. ddp
Prenzlauer Bürgermeister verleiht DDR-Orden im Rathaus
Prenzlau: Bürgermeisters Hans-Peter Moser (Die Linke)hat am Montag für besondere Verdienste um die Organisation der 775-Jahrfeier dem Amtsleiter Eckhard Blohm mit einem Orden ausgezeichnet. Der Amtsleiter erhielt stellvertretend für das gesamte Festkomitee den DDR-Orden „Banner der Arbeit, Stufe 1“. Jetzt stellt sich für uns die Frage, hat da einer die Zeit verschlafen, oder ist dies eine Werbestrategie um auf die Jahrfeier hinzuweisen? www.edition-pommern.de
Dienstag, 14. Juli 2009
Stralsunder Staatsanwälte sollen Beweismittel vernichtet haben
Rostock (ddp-nrd): Zwei Stralsunder Staatsanwälte sollen in einem Drogenprozess wichtige Unterlagen vernichtet haben. Die Generalstaatsanwaltschaft teilte am Dienstag in Rostock mit, eine Staatsanwältin habe angezeigt, in Absprache mit ihrem Vorgesetzten ein Vernehmungsprotokoll vernichtet zu haben. Danach sei sie aus dem Umfeld des Beschuldigten, gegen den wegen Handels mit Betäubungsmitteln ermittelt wird, unter Druck gesetzt worden. Mit der Vernichtung des Dokumentes habe die Staatsanwältin nach eigener Aussage nicht bezweckt, das Ermittlungsverfahren zu gefährden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft weiter mit. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Beide Mitarbeiter der Stralsunder Staatsanwaltschaft seien von der Strafsache abgezogen worden. Gegen sie wird wegen sogenannter Urkundenunterdrückung ermittelt.
Montag, 13. Juli 2009
Säbel von Schill-Denkmal entwendet
Stralsund (ddp/OZ) - Ausgerechnet seinen 200. Todestag muss Major von Schill in Stralsund waffenlos über sich ergehen lassen. Am Wochenende stahlen Unbekannte dem Kriegerdenkmal den Säbel wie die Polizei am Montag mitteilte. Am Nachmittag wurde bekannt, dass eine Spaziergängerin die Klinge am Sockel des Denkmals gefunden hat. Erst im Juni war die Waffe von dem Denkmal am Olof-Palme-Platz entwendet, aber kruz darauf wieder an seinem Fuß abgelegt worden. Seit 1958 ist der Säbel immer wieder gestohlen worden. Einer solchen Waffe war der charismatische Husarenoffizier vor exakt 200 Jahren in Stralsund zum Opfer gefallen. Seinen Kopf wird Ferdinand Baptista von Schill wegen des erneuten Frevels kaum verlieren, der liegt nicht in Stralsund, sondern in einer Gruft in Braunschweig. Lediglich der kopflose Rumpf wurde 1809 von den Franzosen unehrenhaft in Stralsund verscharrt. www.ostsee-zeitung.de
Sonntag, 12. Juli 2009
Sonderausstellung mit den ersten Museumsankäufen
Im 150. Jubiläumsjahr des Stralsunder Kulturhistorischen Museums wird am 17. Juli (18 Uhr) ein weiteres Ausstellungshighlight eröffnet. Diesmal stehen Erwerbungen der ersten 50 Museumsjahre für den Bereich Bildende Kunst im Fokus.
Im Katharinenkloster wird bis zum 18. Oktober eine Auswahl von Grafiken, Gemälden und Mittelalterlicher Bildkunst präsentiert, die einen Einblick in die Sammlungstätigkeit Rudolf Baiers, als damaligem Museumsdirektor, und seinen Zeitgenossen gibt, mit denen er das einstige Provinzialmuseum für Neuvorpommern und Rügen ins Leben rief. So werden grafische Bestände aus der Löwenschen Sammlung, die die Stadt dem Museum in seinem Entstehungsjahr übereignete ebenso zu sehen sein, wie Arbeiten namhafter Künstler die durch Ankauf oder private Schenkung in die junge Institution gelangten. Neben J. Ph. Hackert und F. Preller d. Ä. dürfen sich die Besucher auch auf Werke aus dem 17. und 18. Jh. von C. A. Menzel, J. F. Rosmäsler, B. A. Duncker, F. Grebe und W. Titel freuen. Zu den frühesten Erwerbungen des Museums gehören ebenso ein Flügelretabel aus Kröslin ( Ende 15. Jh.), zwei mittelalterliche eichene Assistenzfiguren, Maria und Johannes als rechts und links vom Kreuz stehende Figuren einer Triumphkreuzgruppe sowie ein Flügelretabel aus Vaase und drei Figuren (Hl. Christopherus, Hl. Hiob, Hl. Johannes der Täufer) aus dem Johannesschrein von St. Nikolai, die Rudolf Baier 1864 für die Sammlung ankaufen konnte. Viele der in der Sonderausstellung gezeigten Exponate sind für Besucher erstmals zugänglich und kommen nach ihrer Präsentation gleich wieder ins Magazin. So bleibt also nur die Möglichkeit, diese selten gezeigten Schätze in der dreimonatigen Ausstellungszeit in Augenschein zu nehmen.
Abbildung.: Johann Saenredam, Zwei nackte Frauen, 16. Jh., Kupferstich. www.stralsund.de
Samstag, 11. Juli 2009
Abhör-Aktion in Greifswald enttarnt
Greifswald (OZ):Lauschangriff des Verfassungsschutzes in Greifswald mit Folgen: Ein Bombenalarm versetzte am Mittwoch völlig grundlos Greifswalder in Angst und Schrecken. Denn eine Autobombe, die eine junge Frau am Morgen unter ihrem metallic-braunen Opel Vectra Caravan gefunden hatte, entpuppt sich jetzt als Lauschgerät des Geheimdienstes, wie die OZ gestern aus Polizeikreisen erfuhr. Doch der Reihe nach: Die Frau hatte die Polizei gerufen. Die rückte mit 30 Beamten an und sperrte das Gelände im Ortsteil Schönwalde weiträumig ab. Mieter eines Wohnblocks in der Nähe wurden sofort evakuiert. Dann trafen Feuerwehr und Experten des Munitionsbergungsdienstes ein. Der Wagen wurde von der Feuerwehr mit einem Luftkissen angehoben, damit die Spezialisten das verdächtige Teil bergen konnten. Alles Theater: Der Verfassungsschutz soll in der Nacht zuvor eine Wanze an dem Opel der Frau angebracht haben. Sie und die herbeigerufenen Polizisten hielten die Abhörtechnik dagegen für eine Rohrbombe. Jens Hildebrandt, Chef der Greifswalder Polizeiinspektion, will die Geschichte weder bestätigen noch dementieren. Hildebrand wörtlich: „Sie erwarten nicht wirklich, dass ich mich dazu äußere.“ Er selbst sei beim Blick unter das Auto auch von einer sogenannten „unkonventionellen Brand- und Sprengvorrichtung“ ausgegangen. „Alle anschließenden Maßnahmen dienten der Gefahrenabwehr“, begründet Hildebrandt den Großeinsatz. Ansonsten herrscht Schweigen bei den Ordnungshütern. Axel Falkenberg, Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Anklam: „Zu dem Vorgang gibt‘s keine Auskünfte.“ Warum? „Geheimhaltung!“ Auch der für den Verfassungsschutz verantwortliche Innenminister Lorenz Caffier (CDU) wehrt alle Presseanfragen ab. Die betroffene Frau soll nach OZ-Informationen in einem Greifswalder Nachtclub arbeiten. Was der Verfassungsschutz mit dem Etablissement zu tun hat und warum die Frau ins Visier der Schlapphüte geriet, dazu verweigerte das Innenministerium ebenfalls alle Informationen. Der Sohn der Frau soll in der Nacht zuvor beobachtet haben, wie sich mehrere Unbekannte an dem Wagen zu schaffen machten. Noch am Mittwochnachmittag hatte die Polizei beharrlich von einer Bombenattrappe gesprochen, „die zu Vergleichszwecken“an das Landeskriminalamt (LKA) geschickt werde. LKA-Sprecher Olaf Seidlitz überrascht: „Hier ist nichts angekommen. Wir haben mit der Sache nichts zu tun.“ Der Lauschangriff, der teure Großeinsatz, die Geheimhaltung — der Greifswalder Alarm bleibt rätselhaft. Für eine Abhöraktion hätte der Verfassungsschutz eine zur strengen Geheimhaltung verpflichtete Kommission des Landtages vorab unterrichten müssen, solange keine Gefahr im Verzug ist. Ob das ordnungsgemäß erfolgt ist oder etwa Gefahr in Verzug war, dazu wollte das Innenministerium gestern Abend keine Angaben machen. BENJAMIN FISCHER
www.ostsee-zeitung.de
Mittwoch, 8. Juli 2009
Archäologen auf den Spuren der alten Stralsunder
Stralsund: Unermüdlich brummt der Bagger, schaufelt vorsichtig schwarze Erde zwischen alten Mauern hervor. Auf der Baustelle am Apollonienmarkt 15 sind die Archäologen am Werk. Altertumsforscher mit einem Bagger? Diesen Beruf stellt man sich doch gemeinhin mit Spachtel, Pinsel und Samthandschuhen vor. „Wir versuchen schnell an die tiefliegende Mittelalterschicht zu kommen“, sagt Renate Samariter, Archäologin beim Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, während der Bagger beiseite räumt, womit nach dem letzten Krieg Keller und Hof verfüllt wurden. Ihr Kollege Karl Rausch lässt dennoch keine Baggerschaufel ungeprüft an sich vorbei. Mit einem Metalldetektor untersucht er den Aushub nach alten Schätzen. Der Bagger nähert sich der begehrten Mittelalterschicht. Unter schwerem schwarzen Boden liegt eine graue Schicht. „Da, Spuren eines Spaten“, erläutert Renate Samariter dem ungeübten Beobachter. „Die Stralsunder haben sich einst im Hof hinter dem Haus ihr Gemüse selbst gezogen.“ Wenn jetzt der Metalldetektor anschlägt, entsteht sofort Spannung. Tatsächlich werden die Schatzgräber fündig. Die Archäologin putzt etwas ab, dass wie ein schwarzer Knopf aussieht. Eine kleine Kupfermünze von 1776 zu drei Pfennig kommt unter dem Dreck zum Vorschein. Auch die mittelalterliche Gewandschnalle verrät erst nach dem Putzen, dass sie aus Messing besteht. Inzwischen kommt der Spaten zum Einsatz. Keramikscherben werden am Fuß der einstigen Treppe zum Hof gefunden. „Vielleicht lässt sich da etwas zusammensetzen“, will die Altertumsforscherin, den Fund später überprüfen. Nur so viel ist schon zu erkennen: „Vermutlich Steinzeug aus dem Rheinland.“ Eine Hoffnung keimt: „Vielleicht finden wir auf dem einstigen Hof auch noch die Latrine.“ Der Inhalt solcher Abfallgruben lässt die Archäologen wie in einem Buch in der Geschichte der Hansestadt lesen. Bei den Ausgrabungen auf dem Gelände des Rathausplatzes sind dabei vor zwei Jahren so gut erhaltene Fundstücke zu Tage gefördert worden, dass die Stralsunder sie derzeit in einer Ausstellung im Johanniskloster bewundern können. Doch die Hoffnungen werden enttäuscht. Die Latrine finden Archäologen nicht mehr. Die Ausgrabung, finanziert vom Bauherren, Fleischermeister Karlheinz Zahlmann, der hier das künftige Stammhaus seines Unternehmens errichtet, reicht nur soweit, wie sich die Baustelle des künftigen Wohn- und Geschäftshauses erstreckt. „Die Abfallgrube wurde praktischerweise an entferntester Stelle vom Wohnhaus eingerichtet“, weiß Renate Samariter. „Da kommen wir jetzt nicht mehr hin.“ Dennoch freut sie sich noch über den Fund eines Pilgerzeichens, das vermutlich aus Köln stammt und die Heilige Ursula zeigt. So rundet sich das Bild nach zwei Wochen Grabung ab. „Die ältesten Teile der Kellermauern stammen aus dem 14. Jahrhundert, die Funde vom Hof aus der Zeit zwischen 1280 und 1320“, sagt Renate Samariter und vermutet, dass die ältesten Hausbewohner am heutigen Apollonienmarkt 15 keine Handwerker, aber sehr religiöse Menschen waren. JÖRG MATTERN
www.ostsee-zeitung.de
Montag, 6. Juli 2009
Experte: Kreisreform wirft MV hinter 1910 zurück
Greifswald (dpa/mv): Die Landkreise nach der Kreisgebietsreform können nach Ansicht des Greifswalder Wirtschaftsgeografen Helmut Klüter im europäischen Wettbewerb nicht bestehen. «Die Kreisgebietsreform, so wie sie jetzt geplant ist, muss gestoppt werden», sagte Klüter der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Ziele der vom Innenministerium geplanten Reform seien zwar richtig. «Der Entwurf selbst ist Flickschusterei.» Hauptmangel sei die Beibehaltung von drei Verwaltungsebenen von Gemeinden, Ämtern und Landkreisen. «Dieses Modell ist nicht europafähig und wirft Mecklenburg-Vorpommern hinter das Jahr 1910 zurück», meinte Klüter. www.ostsee-zeitung.de
Samstag, 4. Juli 2009
Neuerscheinung, Historische Reisebeschreibung über Rügen, Hiddensee und Usedom
Im der Mitte des 19. Jahrhunderts besuchte Friedrich Lampert Hiddensee, Rügen und Usedom. Dieses Buch gibt seine Erlebnisse in den sehr unterschiedlichen Gegenden wieder. Er schildert uns die elenden Hütten auf Hiddensee, die sich zum Teil noch unter der Erde befinden, malt uns aber auch von der Schönheit der Insel Rügen ein farbenprächtiges Bild. Putbus mit seinen Glanzbauten geht genauso in seinen Schilderungen ein, wie das aufstrebende Heringsdorf auf der Insel Usedom. Historischer Reisebericht über Rügen, Hiddensee und Usedom. Mit Illustrationen von dem Stralsunder Maler und Grafiker Eckhard Buchholz.. Leseprobe unter: www.edition-pommern.de
Freitag, 3. Juli 2009
SHV meldet heute Insolvenz an
Stralsund: Tom-Peter Fritz steht heute der unangenehme Gang zum Amtsgericht bevor. Der Geschäftsführer der SHV-Marketing GmbH wird wie erwartet Insolvenz anmelden. "Ich möchte zuvor noch Gespräche mit den Hauptgläubigern führen, aber grundsätzlich ist die Richtung klar", bestätigte Fritz. Die mit geschätzt über 300000 Euro verschuldete Marketing GmbH habe durch den Absturz des Stralsunder HV in die Handball-Oberliga ihre Daseinsberechtigung verloren. Sie war wirtschaftlicher Träger des Profisports. Fritz und Vertreter des Vereins wollen sich am Freitag mit den jungen Spielern zusammensetzen. Das Ziel ist klar: "Wir wollen so viele wie möglich von ihnen halten, um im nächsten Jahr möglichst den Aufstieg in die Regionalliga zu schaffen", unterstreicht Fritz. Fakt ist, dass weitere Leistungsträger den Zwangsabsteiger verlassen werden. Torhüter Igor Levshin ist sich mit dem Zweitligisten Post Schwerin über einen Wechsel so gut wie einig. Kreisläufer Christian Schwarz steht ebenfalls vor dem Absprung. Markus Dau und Frank Wahl bleiben wohl in Loitz. Umworben werden zudem Sven Präkels, Eric Hoffmann und Martin Brandt. Offen ist auch die Zukunft von Trainer Zdenek Vanek. "Ich gehe erst mal zum Arbeitsamt, um die zwei offenen Gehälter noc zu sichern", erklärte der Coach. (OZ)
www.stralsunder-hv.de
Land verschwendet wieder Geld. Warum wird keiner zur Rechenschaft gezogen? (Titel: www.edition-pommern.de)
Der Jahresbericht 2009 des Landesrechnungshofes liegt vor. Ein Vorwurf: Für mehr als 15 000 Euro kauften sich Beamte im ganzen Land Kaffee, Kuchen, Wein und Bier, um sie während interner Beratungen zu verzehren. Das sei unzulässig, hieß es.
SCHWERIN Das Staatliche Museum in Schwerin hat seine Angestellten offenbar mehrmals schwarz arbeiten lassen. Das wirft der Landesrechnungshof der Museumsleitung in seinem gestern vorgestellten Jahresbericht 2009 vor. Das zuständige Kultusministerium hat den Fehler eingestanden und abgestellt. Das Museum finanzierte die Honorare aus seinem Budget für "Vermischtes" - ein Geldtopf, mit dem offenbar auch andere öffentliche Stellen Schwierigkeiten haben. Bildungsminister Henry Tesch (CDU) nahm daraus 600 Euro für den Bus, der einen Schulchor aus Neustrelitz, wo er früher Schulleiter war, 2006 zur Weihnachtsfeier nach Schwerin fuhr. "Dafür ist das Geld nicht vorgesehen", so LRH-Präsident Tilmann Schweisfurth. Für mehr als 15 000 Euro kauften sich Beamte im ganzen Land Kaffee, Kuchen, Wein und Bier, um sie während interner Beratungen zu verzehren. Das ist unzulässig, so Schweisfurth, Bewirtungskosten dürfen nur abgerechnet werden, wenn Gäste dabei sind. Der LRH blieb bei seiner Kritik am Schweriner Sozialministerium und den Sozialverbänden. Seit 1991 vergab das Ministerium 100 Millionen Euro an soziale Beratungsstellen, ohne konkret zu benennen, wofür das Geld im Detail ausgegeben werden darf. Entsprechend wurde auch nicht geprüft, wo das Geld blieb. Der Rechnungshof nahm Stichproben: Von 300 000 Euro, die die Mitglieder des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes 2005 bekamen, wurden fünf Prozent zweckentfremdet. Zweifel hegt der Landesrechnungshof offenbar an den Zählkünsten in Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerium und wirft ihm vor, den Landtag nicht korrekt über den Unterrichtsausfall an den Schulen im Land zu informieren. Offiziell kommt in rund neun Prozent der Stunden ein Vertretungslehrer, wenn ein Kollege krank ist. Aber, so die Rechnungsprüfer, einerseits würden die Schulämter nicht melden, wenn Stunden wegen Hitzefrei oder Glatteis ausfallen. Laut Ministerium fallen diese Stunden kaum ins Gewicht. Andererseits registriert das eine Schulamt so genannte "Stillarbeit" als reguläre Stunde, ein anderes diese Form von Unterricht aber als Ausfall. Das Ministerium hat einheitliche Zählweisen zugesagt. Die Rechnungsprüfer sorgen sich auch um die Selbstständige Schule, die flächendeckend in Mecklenburg-Vorpommern eingeführt werden soll. Künftig sollen die Schulleiter als "Manager" ihre Schule führen, derzeit fällt vielen von ihnen aber noch schwer, überhaupt eine Dienstreise korrekt zu genehmigen und abzurechnen. So kassierten einige Lehrer Fahrgeld für Fahrten, die keine Dienstreise waren. Andere wiederum warteten monatelang auf ihr Geld, weil der Schulleiter es ihnen verweigerte. Das Justizministerium gab unterdessen seit 1991 rund 22 Millionen Euro für Computersoftware aus, die sonst nirgends in Deutschland benutzt wird. Da der Hersteller seine Programme gut geschützt hat, kann er jede notwendige Änderung die Preise diktieren, fürchtet Schweisfurth. 1,4 Millionen gab das Ministerium aus, um die Justiz-Computer auf ein neues Betriebssystem umzustellen. Die Umstellung wurde abgesagt, das Geld war verloren. Der Landesrechnungshof wartete diesmal nicht nur mit Sparappellen auf. Für die Sanierung von Landesstraßen forderte Schweisfurth indirekt mehr Geld. Das Verkehrsministerium habe selbst in einer Expertise ermittelt, dass rund 52 Millionen notwendig sind, um die Landesstraßen zu erhalten. Es hat aber nur 38,5 Millionen Euro zur Verfügung bekommen. Irgendwann müssten die Straßen deshalb ganz neu gebaut werden, was viel teurer als die Sanierung sei, wie Tilman Schweisfurth warnte. Andreas Frost
www.svz.de